AWO warnt vorm Zusammenbruch der sozialen Infrastruktur

Umfrage zur finanziellen Situation der Einrichtungen und Dienste

35 Prozent der sozialen Einrichtungen und Dienste in Thüringen mussten aufgrund von Einsparungszwängen und der finanziellen Ausstattung ihr Angebot schon einschränken, mehr als 50 Prozent rechnen damit, dass sie das in naher Zukunft noch tun müssen – das sind die alarmierenden Ergebnisse für Thüringen aus einer bundesweiten Umfrage von AWO-Bundesverband, Diakonie Deutschland und Paritätischem Wohlfahrtsverband. Deutschlandweit haben sich rund 2.700 gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen aus dem gesamten Spektrum sozialer Arbeit an der Umfrage beteiligt.

59 Prozent aller Befragten rechnen in den kommenden Monaten mit (weiteren) Einschnitten auf der Einnahmeseite. Im Ergebnis bedeutet das sowohl quantitative als auch qualitative Einschränkungen zu Lasten der sozialen Infrastruktur. Sollte hier nicht entschlossen gegengesteuert werden, hätte dies enorme Konsequenzen für unser Gemeinwesen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und all jene Menschen, die in schwieriger Lebenslage auf Hilfe, Beratung, Unterstützung und einen stabilen Sozialstaat angewiesen sind, warnen die Wohlfahrtsverbände.

“Die Umfrage belegt: Der Haushaltsentwurf des Finanzministers wird der Realität der sozialen Arbeit nicht gerecht. Wir müssen dringend die Frage stellen, auf welche Schultern die Belastungen von Rezession und Preissteigerungen verteilt werden“, so die AWO Landesgeschäftsführerin Katja Glybowskaja. „Es ist ungerecht und unvernünftig, zulasten gemeinnütziger Träger und deren Klient*innen zu sparen. Nur eine Kehrtwende in der Steuerpolitik sichert eine gute Zukunft für die soziale Infrastruktur."

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